Ju-Jitsu & Judo Club Brugg

Mitglied AJV / SJV

 

 

 

 

BILD: FOTO WAGNER

Presse

«Ich musste diesen Teufelskreis durchbrechen»

Der Judoka Ciril Grossklaus (26) überzeugte am Grand Prix in Agadir. Warum er den Erfolg schnell abhaken will, verrät er im Interview.

TEXT: JANINE MÜLLER | BILD: GABRIELA SABAU (IJF)

Ciril Grossklaus, seit langem ist Ihnen wieder einmal ein Top-Resultat auf diesem Niveau gelungen. Wie gross ist die Erleichterung?

Ciril Grossklaus: Ich habe mich extrem gefreut. Man erreicht nicht alle Tage einen Grand-Prix-Final und schlägt dabei im Halbfinal noch den Weltmeister. Und der letzte Exploit liegt tatsächlich bereits länger zurück, als mir lieb ist. Ich glaubte stets daran, dass ich früher oder später wieder eine solche Spitzenleistung abrufen kann. Nun ist der Beweis da und das gibt mir Zuversicht.

Warum hat es so lange gedauert?

Zunächst einmal war ich ja nach den Olympischen Spielen bis Ende 2016 international gar nicht aktiv. Im letzten Jahr war ich durch einige Verletzungen über lange Phasen etwas eingeschränkt, wodurch es im Training allzu oft nicht gut lief und an den wenigen grossen Turnieren folglich auch nicht. Das nagte nach einer Weile natürlich auch an meinem Selbstvertrauen, was es noch schwieriger machte. Diesen Teufelskreis musste ich zuerst durchbrechen. Das brauchte seine Zeit.

Haben Sie im Vorfeld des Wettkampfs in Agadir in Marokko etwas verändert in der Vorbereitung? Oder wie erklären Sie sich, dass es jetzt endlich funktioniert hat?

Nein, nicht grundlegend. Es gibt keinen Trick, der alles verändert. Hinter solchen Erfolgen steckt ein langer Prozess. Ich fühlte im Training schon seit einigen Wochen, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Am Sonntag war ich im Kopf und körperlich absolut bereit, alles hat gepasst. Vielleicht hätte es schon früher zum Befreiungsschlag kommen können, aber die Auslosung und der ziemlich harte Modus spielen im Judo eben auch eine entscheidende Rolle.

Wie gross war der Druck, den Sie sich selbst gemacht haben oder der allenfalls auch aus dem Umfeld kam?

Eine Durststrecke ist logischerweise belastend. In erster Linie, weil ich stets sehr hohe Erwartungen an mich selbst habe. Es gehört aber zu meinem Job, damit umzugehen und die Geduld zu wahren. In letzter Zeit ist mir das gut gelungen. Sicherlich auch ein Aspekt, der zur Medaille in Marokko beitrug. Von aussen übt eigentlich nie jemand direkten Druck auf mich aus. Aber natürlich kommen mir schon Dinge zu Ohren, die es wegzustecken gilt.

Was braucht es jetzt, damit Sie dieses Niveau halten können?

Es gilt: Wer stehen bleibt, treibt zurück. Ich darf mich jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen und denken, dass es beim nächsten Mal von alleine läuft. Trotz Podestplatz mache ich mir Gedanken, was ich hätte besser machen können und was ich unbedingt beibehalten muss. Wie nach einer Niederlage, muss man auch den Sieg schnell abhaken und den Blick wieder nach vorne richten. Wenn ich hart weiter arbeite und gesund bleibe, dürfte die Wahrscheinlichkeit für weitere gute Resultate in naher Zukunft hoch sein.

Bild: Ciril Grossklaus (r.) im Finalkampf gegen den Russen Khusen Khalmurzaev.

Aargauer Zeitung

Hauptsponsoren


Sponsoren


Mannschaftspartner (NLA)

HEIMKÄMPFE:

AUSWÄRTSKÄMPFE:

Zum Seitenanfang