Ju-Jitsu & Judo Club Brugg

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Presse

Der Star ist ein Team

Das seit Jahren erfolgreiche Judo Team Brugg gewinnt die Wahl zum Aargauer Sportler des Jahres 2016

TEXT: RUEDI KUHN | BILD: FOTO WAGNER

Ein Team als Aargauer Sportler des Jahres 2016? Das gab es noch nie. Nun ist der Schuss draussen. Die schöne Geschichte, die Premiere, ist perfekt: Der Sieger heisst tatsächlich Judo Team Brugg. Die seit zwei Jahrzehnten so erfolgreiche Mannschaft schreibt also Geschichte und ist am Freitagabend in der GoEasy Sport & Freizeit Arena Siggenthal völlig zu Recht der grosse Star. Und so wurden die Brugger Judokas von den rund 450 geladenen Gästen aus Sport, Politik, Wirtschaft und Medien mit tosendem Applaus gefeiert.

Was war das für ein Highlight zum Abschluss der Sport-Gala! Der Aargauer Regierungsrat und Sportminister Alex Hürzeler lüftete das Geheimnis, wer denn nun den Titel Aargauer Sportler 2016 gewonnen hat. Logisch, dass Martin Nietlispach das Glück ins Gesicht geschrieben stand. «Für mich war im Vorfeld der Wahl eines klar», sagte der Coach des Judo Team Brugg mit einem verschmitzten Lächeln. «Gewinnen wir die Wahl zum Aargauer Sportler in diesem Jahr nicht, dann gewinnen wir die Wahl nie. Wir dürfen richtig stolz sein auf diese Auszeichnung. Es ist eine Anerkennung für die grossartigen Leistungen in den vergangenen Jahren. Mich freut es aber nicht nur für die Mannschaft», fügt Nietlispach hinzu «es ist auch eine grosse Anerkennung für eine Randsportart, die von vielen unterschätzt, ja teilweise leider belächelt wird.»

Zehnmal in Folge Schweizer Meister

Dass sich das Judo Team Brugg gegen die starke Konkurrenz mit Karate-Kämpferin Elena Quirici, Mountainbikerin Kathrin Stirnemann, Kunstturner Christian Baumann, dem überragenden OL-Läufer Matthias Kyburz und Bob-Pilot Rico Peter durchgesetzt hat, kann man nicht hoch genug einschätzen. Schliesslich gewannen die Judokas 2016 zum zehnten Mal in Folge den Titel eines Schweizer Mannschafts-Meisters. Das ist eine historische Marke! Das Team Brugg mit dem Aushängeschild Ciril Grossklaus setzt zweifellos Massstäbe, denn es dominiert die Judo-Nationalliga A seit 2007.

In einer weiteren Wahl wurde Luigi Ponte zum Trainer/Funktionär des Jahres 2016 gewählt. Der langjährige Präsident des Schweizerischen Schiedsrichter-Verbandes und Vizepräsident des Aargauischen Fussballverbandes hat die von den Aargauer Sport-Journalisten vorgenommene Wahl für besondere Verdienste im Aargauer Sport gewonnen. Der 64-jährige Ponte setzte sich gegen Andy Wyder (Fussball), Koni Keller (Faustball), Richard Gugerli (Turnen) und Ursula Hüppi (Badminton) durch. Ponte rang jahrzehntelang um Ansehen, Verständnis und Respekt für die Schiedsrichter und die Assistenten. «Diese Wahl ist eine grosse Ehre für mich», sagt der frühere Spitzenschiedsrichter und Fifa-Linienrichter. «Wir sind viel mehr als die Buhmänner der Nation und weitaus besser als unser Ruf.» Mit dem kürzlich angekündigten Rücktritt als Präsident des Schweizerischen Schiedsrichter-Verbandes Ende 2017 hinterlässt Ponte nach 13-jähriger Tätigkeit eine grosse Lücke.

Die Sport-Gala in Siggenthal war ein voller Erfolg. Mit den Auszeichnungen für die vielen erfolgreichen Aargauer Sportlerinnen und Sportler, die 2016 herausragende Leistungen gezeigt haben und dafür mit schönen Preisen belohnt wurden, werden Vorbilder für den Nachwuchsleistungssport und den Breitensport geschaffen. Und neben den Höhepunkten mit den Wahlen und Ehrungen kamen die Gäste in den Genuss eines faszinierenden und humorvollen Unterhaltungs-Programms.

Bild: SVP-Regierungsrat Alex Hürzeler inmitten des Judo Team Brugg, den Aargauer Sportlern des Jahres 2016.


Aargauer Sportler des Jahres 2016

Rangliste Voting:
Judo Team Brugg 32.7 % | Matthias Kyburz 20.7 % | Christian Baumann 20.3 % | Elena Quirici 14.8 % | Rico Peter 7.1 % | Kathrin Stirnemann 4.4 %

Ehemalige Sieger:
2015: Rico Peter | 2014: Silvan Dillier | 2013: Lucas Fischer | 2012: Silvan Dillier | 2011: Lucas Fischer | 2010: Esther Süss | 2009: Sead Hajrovic


Kommentar

Besser als der FC Aarau

VON MARTIN PROBST                                                                                                                                     

Das Judo Team Brugg hat geschafft, was dem FC Aarau nicht gelungen ist. Erstmals wird nicht eine Einzelsportlerin oder ein Einzelsportler, sondern eine ganze Mannschaft mit dem Titel Aargauer Sportler des Jahres ausgezeichnet. Warum der Vergleich mit dem FC Aarau wichtig ist? Es zeigt, dass ein Team bei der Publikumswahl nicht automatisch im Vorteil ist, wie man aufgrund der höheren Zahl der Anhänger vermuten könnte. Sonst hätte der FCA die Wahlen 2007 und 2013, als der Klub nominiert war, gewinnen müssen. Und das Judo Team Brugg war 2010 auch schon nominiert.

Die diesjährige Wahl des Judo Team Brugg ist vor allem die verdiente Auszeichnung für konstante Spitzenleistungen in den vergangenen Jahren. 2016 wurde der Verein zum zehnten Mal in Folge Schweizer Meister. Es ist eine Serie, die in der Schweiz ihresgleichen sucht. Nicht einmal der FC Basel kann mit seinen sieben Titeln in Serie mithalten. Obwohl das Judo Team Brugg ähnlich wie der FCB aufgrund der Dominanz mit Vorwürfen der Langeweile konfrontiert wird, greift dies viel zu kurz. Von der guten Arbeit, die in Brugg geleistet wird, profitiert auch die Konkurrenz. Beim letztjährigen Finalgegner Uster standen gleich vier Judoka auf der Matte, die in Brugg ihren Sport gelernt hatten.

Nicht zuletzt ist der Titel auch eine Anerkennung dafür, dass aus Einzelsportlern Teamsportler werden. Obwohl jeder Judoka Ambitionen als Einzelkämpfer hat – so hat beispielsweise Ciril Grossklaus 2016 an den Olympischen Spielen teilgenommen –, begründet die Siegesserie auf Teamarbeit. Daher ist es richtig, dass sie alle ausgezeichnet werden.

(Schweiz am Wochenende)

Tele M1: Brugger Judokas legen Moderator flach

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